#Buch ist Buch

logo buchist buch blau gelbDer OnleiheVerbundHessen unterstützt den Deutschen Bibliotheksverband (dbv) in der Forderung, dass eBooks zu den gleichen Bedingungen wie physische Bücher für Bibliotheken zu erwerben sind.

Der dbv fordert, dass die Maxime „Ein Buch ist ein Buch – egal in welcher Form“ und damit die rechtliche Gleichstellung nicht nur für die ermäßigte Mehrwertsteuer oder die Buchpreisbindung gilt, sondern auch für den Verleih. So werden eindeutige Regelungen für faire Lizenzvergabemodelle geschaffen.

Er befürwortet die Ausweitung der Bibliothekstantieme auf elektronische Werke, wenn den Bibliotheken im Gegenzug die gleichen Nutzungsrechte für elektronische, wie für gedruckte Werke eingeräumt werden.

Bibliotheken haben einen wichtigen Informations- und Bildungsauftrag: Sie bieten jeder Person die Möglichkeit, unabhängig von finanziellen Mitteln, Alter, Herkunft, Geschlecht oder Glaubenszugehörigkeit durch Zugang zu Information und der Ausleihe von Medien am öffentlichen und kulturellen Leben teilzunehmen.

Beim Verleih von E-Books gibt es jedoch seit Jahren eine rechtliche Lücke, so dass das Angebot der Bibliotheken empfindlich eingeschränkt ist.

Das muss sich jetzt endlich ändern!

 

Wo ist das Problem bei E-Books?

Die derzeitige Rechtslage für den Verleih von E-Books ist folgende: Bibliotheken oder die damit beauftragten Firmen verhandeln mit den Verlagen spezielle Lizenzen aus, die den Verleih von E-Books – unter den jeweils ausgehandelten Bedingungen – gestatten.

Eine gängige Lizenzbedingung ist dabei das sogenannte „Windowing“: neue E-Books werden Bibliotheken erst nach einer Wartezeit von ca. einem Jahr angeboten. Eine fachlich unabhängige Auswahl kann daher nur eingeschränkt stattfinden.

Bibliotheksnutzer*innen werden damit von einem sehr wichtigen Teil des Buchmarktes ausgeschlossen.

Im Gegensatz zu gedruckten Büchern sind E-Books für Bibliotheken aufgrund des ausgehandelten Lizenzen häufig teurer als für Privatkäufer. Da die Erwerbungsetats der Öffentlichen Bibliotheken aber nicht steigern, können sie viele Titel nicht lizensieren und zur Verfügung stellen.

Im Gegensatz zu gedruckten Büchern werden von Bund und Ländern für die Ausleihe von E-Books bisher keine Bibliothekstantieme an die Autor*innen gezahlt, die damit keine Entschädigung erhalten.

Die Bundesregierung hat sich im aktuellen Koalitionsvertrag vom 7. Februar 2018 dazu verpflichtet, dass Bibliotheken „auch im digitalen Zeitalter ihre zentralen Funktionen für Bildung und Kultur erfüllen können.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass Bibliotheksnutzern unter Wahrung der Vertragsfreiheit ein noch besserer Zugang zum Repertoire von E-Books ermöglicht wird.“ Genau das ist bisher nicht geschehen.

Im Gegenteil: der Zugang zu E-Medien hat sich für Bibliotheksnutzer*innen immer wieder verschlechtert.

 

Mehr Information finden Sie hier:

#BuchistBuch – Gleiches Recht für E-Books in Bibliotheken
[Webseite Deutscher Bibliotheksverband e.V.]

„Einkauf von eMedien für den OnleiheVerbundHessen“
[PDF-Präsentation, 260 kB]

 

Freie Sicht aufs E-Book - Andreas Degwitz im Gespräch

Interview mit Prof. Dr. Andreas Degwitz, Vorsitzender des DBV, im Deutschlandfunk

Autor: Koldehoff, Stefan – Sendung „Kultur heute“ (18.09.2020)
Quelle: ARD Audiothek | Deutschlandfunk · Kultur heute - Beiträge